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Psychothriller auf geistige Art

Der Autor Michael Barth hat mit diesem Buch seine Schreibrichtung leicht gewechselt und spricht mit diesem Roman keine blutrünstige Zielgruppe an. Der Thriller ist daher eher als seicht zu bezeichnen, da er mehr zum nachdenken anregt als zum ekeln oder gruseln. Ich mag diese Art von Thriller sehr, da sie jedem von uns passieren könnten.

Der zwanzigjährige Protagonist ist mit seinem Freund im Auto unterwegs, als ein schrecklicher Unfall passiert. Drei Wochen danach verfolgen ihn plötzlich Phänomene aus einer anderen Welt, vor denen es ihm selbst gruselt und er durchlebt immer wieder schreckliche Momente, in denen er an sich selbst zweifelt und nichts mehr um ihn wirklich scheint.

In der Parallelhandlung erfährt man mehr über die Eltern des Freundes; die Mutter verzweifelt am Tod ihres Sohnes und gibt dem Überlebenden die Schuld. Außerdem gibt es noch einen dritten Strang, der einen mehr über das Paar, das die Unfallbeteiligten findet, erfahren lässt. Dadurch wird es sehr abwechslungsreich, verwirrt aber nicht. Die Handlung ist gut durchdacht und lässt einen durchaus auch mal schmunzeln und bedient sogar ab und an ein Klischee, das ist aber eher selten.

Der Roman ist eher kurz und daher schnell gelesen. Das Ende ist überraschend und macht nachdenklich. Ich persönlich hätte mir ein anderes Ende gewünscht, aber der Autor hat dies anders entschieden und das ist vielleicht auch gut so.

 

Totenfrau von Bernhard Aichner – Nichts für schwache Nerven

Der Österreicher Bernhard Aichner hat mit „Totenfrau“ einen gut recherchierten, aber blutrünstigen Thriller von einer liebevollen Frau, über ihre Mutterliebe, ihre große Liebe Mark und mit einem für eine Frau eher ungewöhnlichen Beruf einer Bestatterin erschaffen.

Der Roman beginnt mit einer Begebenheit in der späten Jugend der immer noch jungen Protagonistin, die einem dem Charakter der „Blum“ sehr nahe bringt. Die eigentliche Handlung spielt in der Gegenwart.

Blum erbt den elterlichen Betrieb, ein Bestattungsunternehmen. Ihr Freund Mark, den sie vor 8 Jahren kennengelernt hat, zieht zu ihr und unterstützt sie bei der Renovierung des Unternehmens und vielem mehr. Die beiden haben in sich die große Liebe gefunden und genießen sie in vollen Zügen. Sie heiraten und gründen eine Familie – die Kinder sind das Wichtigste in Blums Leben, ob nach oder neben ihrem Mann, kann man nicht genau sagen.

Als sie ihren Mann verliert, sind die Kinder ihr einziger Halt im Leben. Trotzdem begibt sie sich immer wieder in Gefahr, und das nicht zu knapp, denn sie hat etwas herausgefunden und möchte nun auf Marks Wegen weiterwandeln und begibt sich auf die Suche nach seinen Mördern.

Dabei erfährt sie Hilfe auf unerwartetem Weg, wird außerdem berechnend und skrupellos.

 

 

Der Wechsel zur Gegenwart ist sehr krass, da sich dort zwei völlig verschiedene Charaktere in einer Person vereinen und die eigentlich sehr sympathische Blum einen harten Zug verliehen bekommt. Blum nötigt einem großen Respekt ab, da man sie aufgrund ihrer Kindheit und der jüngsten Vorfälle durchaus gut versteht, wieso sie so ist, wie sie ist und wie sie handelt.

 

Leider lässt die Geschichte in meinen Augen im Verlauf des Buchs stark nach. Am Anfang konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, am Schluss fand ich es leider zu durchsichtig, zu vorhersehbar, zu einfach. Die erwartete Wendung in der Geschichte, auftauchende Probleme und die gefühlvolle Blum habe ich am Schluss leider völlig vermisst.

Es ging alles so glatt, so einfach… Das kann nicht alles gewesen sein, schreit alles in mir.

 

Achtung Spoiler:

Ein Privatdektiv, der sich von einer einfachen Morddrohung einer Frau abschrecken lässt? Auch das erscheint mir zu simpel, zu konstruiert. Ein Politiker, der alles einfach auf sich beruhen lässt, seiner Karriere willen? Wo sind die Hindernisse, Zuschauer, Verwandte, Nachbarn?

Genial ist das Traumkapitel, auf das man einfach reinfallen muss!

 

Nichtsdestrotrotz hat das Buch mit Blum einen wahnsinnig interessanten Charakter und selber auch jede Menge Charme. Das Lesen fällt nicht schwer und der Schreibstil ist erfrischend anders. Der Einblick in ein Bestattungsunternehmen ist sehr interessant und insgesamt bin ich trotzdem nicht unzufrieden, das Buch zu Ende gelesen zu haben.

Und zu guter Letzt der Link zum Buch:
http://www.randomhouse.de/Buch/Totenfrau-Thriller/Bernhard-Aichner/e450391.rhd

Von mir insgesamt 3 von 5 Sternen für das spannende, interessante Buch, das leider ein paar Schwächen und zu wenig Überraschungen hat.
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Vielen Dank an den btb-Verlag für das gewonnene Rezensionsexemplar!