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Archives for : April2017

Dreimal Liebes-Hochgenuss

Die Autorin Jutie Getzler hat mit ihrem international wirkenden Liebesroman, der ein wenig persönliches Wissen und ihre Liebe zu Vancouver preisgibt, eine tolle Brücke zum Leser geschlagen.
Leider kommt im Buch Düsseldorf, die Heimatstadt der deutschen Protagonistin, nicht so gut weg, was ich als sehr schade empfunden habe.

Dreimal darf man sich verschiedene Ausgänge einer Liebesstory aussuchen, dreimal darf man gespannt sein, wie es weitergeht. Das vorliegende erste Buch habe ich als Rezensionsexemplar erhalten, das mir so gut gefallen hat, dass ich mir bei Erscheinen sofort Lara & Tim, den ersten der drei Folgeromane, kaufen musste. Witzigerweise habe ich auch im ersten Buch zuerst Tims Geschichte gelesen, so dass ich mich sehr über die Reihenfolge der Fortsetzungen gefreut habe.

Lara, eine gelangweilte Angestellte aus Düsseldorf, die hier zwar Arbeit und Familie hat, aber nicht so richtig glücklich ist, da sie eine enttäuschende Beziehung hinter sich gelassen hat, verliebt sich in einen telegenen Serienstar. Ihre Schwärmerei geht so weit, dass sie nach Vancouver, zum Drehort der Serie, fliegt, um ihren Schwarm kennenzulernen.
Dreimal gelingt es ihr, dreimal auf so völlig verrückte und völlig verschiedene Art und Weisen, die auf ihre Art so charmant beschrieben sind, dass es überhaupt nicht unmöglich erscheint, dass Freund Zufall Lara so unterstützt.

In jeder Geschichte lernt sie die Liebe ihres Lebens kennen, so dass man von jeder Geschichte so gespannt auf die Fortsetzung sein kann, wie bei Lara & Tim.

 

Psychothriller auf geistige Art

Der Autor Michael Barth hat mit diesem Buch seine Schreibrichtung leicht gewechselt und spricht mit diesem Roman keine blutrünstige Zielgruppe an. Der Thriller ist daher eher als seicht zu bezeichnen, da er mehr zum nachdenken anregt als zum ekeln oder gruseln. Ich mag diese Art von Thriller sehr, da sie jedem von uns passieren könnten.

Der zwanzigjährige Protagonist ist mit seinem Freund im Auto unterwegs, als ein schrecklicher Unfall passiert. Drei Wochen danach verfolgen ihn plötzlich Phänomene aus einer anderen Welt, vor denen es ihm selbst gruselt und er durchlebt immer wieder schreckliche Momente, in denen er an sich selbst zweifelt und nichts mehr um ihn wirklich scheint.

In der Parallelhandlung erfährt man mehr über die Eltern des Freundes; die Mutter verzweifelt am Tod ihres Sohnes und gibt dem Überlebenden die Schuld. Außerdem gibt es noch einen dritten Strang, der einen mehr über das Paar, das die Unfallbeteiligten findet, erfahren lässt. Dadurch wird es sehr abwechslungsreich, verwirrt aber nicht. Die Handlung ist gut durchdacht und lässt einen durchaus auch mal schmunzeln und bedient sogar ab und an ein Klischee, das ist aber eher selten.

Der Roman ist eher kurz und daher schnell gelesen. Das Ende ist überraschend und macht nachdenklich. Ich persönlich hätte mir ein anderes Ende gewünscht, aber der Autor hat dies anders entschieden und das ist vielleicht auch gut so.

 

Skyler: Verloren

Die Jungautorin Jennifer Schneider hat mit ihrem Debüt-Roman Skyler einen amerikanischen Getto-Roman über einen Jugendlichen am Ende seiner Pubertät und seiner Gefühlswelt zwischen Verzweiflung, Gewissen, Angst und Liebe erschaffen. Die Problematik vieler mehr oder weniger offensichtlich zerrütteten Familien, ein Leben, beeinflusst durch Drogen, Kriminalität und Arbeitslosigkeit, die Kluft zwischen Reich und Arm, werden in diesem Buch eindrucksvoll aus der Sicht des Jugendlichen geschildert.

Skyler, bereits auffällig geworden, wird von seiner Bewährungshelferin in seinem Leben unterstützt. Sie glaubt an den schwierigen Jungen und bestärkt in darin, seinen Weg auf dem richtigen Weg fortzuführen. Doch seine alte Clique reitet in immer stärker in Probleme, aus denen er sich nicht aus eigener Kraft befreien kann. Zuhause erfährt er durch seine schwach wirkende Mutter und einen gewalttätigen Stiefvater keine Unterstützung.

Als er eine junge Frau kennenlernt und diese zufällig am College wiedertrifft, wird seine Welt nur noch mehr durcheinander gewirbelt, denn ihr Vater ist ein alter Bekannter…
Eine zufällige Bekanntschaft und eine unerwartete Unterstützung reißt in aus seiner Lethargie und Skyler lernt, das Richtige zu tun.

Der Roman liest sich flüssig und spannend, auch wenn der Schreibstil noch nicht voll ausgereift ist. Für einen Debütroman eine ordentliche Leistung, und für das schwierige Thema gibt’s einen Extrapunkt.

Den Roman durfte ich als Testleser in seiner Rohfassung lesen und der fertige Roman ist noch um einiges besser geworden. Ich bin gespannt auf weitere Romane aus der Feder von Jennifer Schneider!